Hallihallo meine Lieben!!!
Wie der Titel sagt, fällt mir bei meinem zweiten Besuch der Laguneninsel alles geschätzte 10000mal leichter. Dies liegt natürlich hauptsächlich daran, dass ich am Flughafen bereits ungeduldig von Djamila erwartet wurde, die mir das traditionelle Willkommensgeschenk um den Hals legte: eine Blumenkette aus Jasmin und Ylan-Ylang; dass wir sodann, zwar noch ohne Gepäck, da dieses in Paris steckengeblieben war, mit dem Taxi zu ihrem neuen Zuhause fuhren, wo Thanaya gerade aus einem anderen Taxi, das sie von der Schule abgeholt hatte, ausstieg und mir mit einem lauten Loraaaaaaaaaaaaaa-Schrei und weit geöffneten Armen entgegenrannte; dass es gestern Abend spät am Tor klopfte und jemand "Hôdi?" rief (ist jemand da, darf ich reinkommen?) und Djamila nach einigen Sätzen rief, dass es für mich sei und plötzlich Idrisse, den ich letztes Jahr auf Anjouan kennengelernt hatte, vor mir stand; dass ich heute, als ich für Djamila eine Rechnung bezahlen gegangen bin, die Ruhe selbst geblieben bin und das lustige System, das mich letztes Jahr noch auf die Palme getrieben hat, zum schmunzeln brachte (jede Person erhält von einer extra dafür angestellten Person einen Zettel mit einer Nummer, wartet dann, bis sie aufgerufen wird, was bestenfalls 1h und schlimmstenfalls bis zu 3h dauern kann, dann kann die Rechnung am Schalter bezahlt werden- ein Hoch aufs e-banking!); dass ich vorhin, als ich in die Biblio kam, mit den Worten: oh, ça fait longtemps que je vous ai pas vue! Xexe? et ta famille, elle va bien? begrüsst wurde; dass mich der Cybersspace-Zuständige, der mir bereits letztes Jahr so unendlich viel geholfen hat, genauso herzlich begrüsste und ich nun schon meinen ersten Blogeintrag schreiben kann.... Und schliesslich dass ich mich hier nicht mehr fehl am Platz fühle, dass ich weiss, wo ich was wann wo bekomme und wieviel Zeit ich dafür ungefähr einrechnen muss. Zwar habe ich die erste Nacht nicht sehr viel geschlafen, weil die auf das Wellblechdach knallenden Mangos des riesigen Nachbarbaums mir gehörig Angst eingeflösst haben :-)
Sodeli, schliesslich bin ich froh, dass ich nochmal für einen Monat hierhin gekommen bin; wahrscheinlich wird es mir gelingen, einen Grossteil der Arbeit zu schreiben, da ich hier in der Biblio ungestört daran arbeiten kann. Auch die Vertiefung der Interviews war eine gute Idee, nun da ich exakt weiss, was ich wissen will, ist auch dies viel einfacher. Und natürlich ist es wunderbar, alle Leute wiederzusehen!!!
Bis ganz gli wieder, un gros gros bisou de Laura
Mittwoch, 2. September 2009
Freitag, 28. August 2009
Feldforschung Part II: Mayotte je viens 2009!!!
Es ist soweit: nach langen 10 Monaten seit meiner Rückkehr von den îles de la lune steige ich diesen Montag, den 31. August 2009 wieder ins Flugzeug Richtung Mayotte, Komoren. Leider werde ich dieses Mal nur einen Monat dort verbringen; was ursprünglich als reine Entspannungs- und Entdeckungsreise (da nach dem vorgesehenen Masterarbeitsabgabetermin) geplant gewesen war, nenne ich nun ein wenig abgeändert zweite Feldforschungsaufenthaltsferien. Im Wesentlichen werde ich mir ein Bild vor Ort über die Lage nach der klaren Abstimmung für die Departementalisierung der Insel Ende März 2009 verschaffen, mein biographisches Kerninterview vertiefen und hoffentlich einen Grossteil der Arbeit zu Papier bringen. Ferienmässig möchte ich den Advanced-Tauchkurs machen, die Buckelwale sehen (die Muttertiere kommen im September jeweils mit ihren Jungen in die Lagune), alle die wunderschönen und liebgewonnenen Plätzli wie die Schildkrötenstrände und den Kratersee auf Petite Terre wieder aufsuchen, alle meine Freunde wiedersehen, und ja, ein zweites Mal versuchen, das Fasten während Ramadan mitzumachen!
Ich freue mich tusigmillionen auf diesen Monat- irgendwie ist die Insel dadurch, dass ich sie nun kenne, viel näher gerückt, und trotzdem werde ich wieder in einer ganz anderen und so fernen Welt landen...
Bis bald meine Lieben, ich werde mich bemühen, euch hier wieder ab und zu mit ein paar visuellen Leckerbissen den Herbstanfang in der Schweiz aufzuhellen!
Bisou bisou
Ich freue mich tusigmillionen auf diesen Monat- irgendwie ist die Insel dadurch, dass ich sie nun kenne, viel näher gerückt, und trotzdem werde ich wieder in einer ganz anderen und so fernen Welt landen...
Bis bald meine Lieben, ich werde mich bemühen, euch hier wieder ab und zu mit ein paar visuellen Leckerbissen den Herbstanfang in der Schweiz aufzuhellen!
Bisou bisou
Dienstag, 13. Januar 2009
Samstag, 20. September 2008
Pächvogu ig...
Xexe id Schwiz!
Hm, ein Eintrag ohne Fotos und mit wenig guten News, abr auch das gehört dazu-
ich befinde mich in einem der vielen Tiefs, die halt zum Auf und Ab einer Feldforschung
gehören... Hier also die Chronik meiner moralischen Tiefschläge seit dem letzten Eintrag:
Noch ein letzter Punkt: Nachdem mir Sara die horrende Höhe meiner Natelrechnung mitgeteilt hat, muss ich nun leider auf Telefonate verzichten, das treibt mich sonst in den Ruin. Auch skypen ist leider nicht mehr möglich, bzw. chatten, da das Feld leider in den schwarzen 2/3 meines Bildschirmes ist:-( Naja, noch 5 Wochen, sms kosten "nur" 36 Rappen, und zum Glück kann ich mich ja hier ab und zu mitteilen.
Ich schicke Euch allen viel Wärme und Sonnenschein in die herbstliche Schweiz,
bis bald...
Hm, ein Eintrag ohne Fotos und mit wenig guten News, abr auch das gehört dazu-
ich befinde mich in einem der vielen Tiefs, die halt zum Auf und Ab einer Feldforschung
gehören... Hier also die Chronik meiner moralischen Tiefschläge seit dem letzten Eintrag:
- Wie bereits erwähnt hat mein Fotoapparat den Geist aufgegeben. Sara hat mir zwar eine schöne Liste mit guten Tipps zusammengestellt, aber auch denen trotzt mein Apparat- wahrscheinlich ist es hier einfach wirklich zu heiss, kann ihn ja eigentlich gut verstehen...
- Nachdem ich vor einer Woche ein Occasion-Velo für 30 Euro gekauft hatte, flitzte ich de droit à gauche für allerlei Interviewvereinbarungen und war echt glücklich, nicht jedesmal auf die Taxis angewiesen zu sein. Leider war die Freude nur von kurzer dauer: Als ich für eine Viertelstunde beim Grand Cadi war, war mein Velo danach weg-wohlverstanden, das Velo hatte ich zuvor geschlossen und an die Mauer des Büros des GRAND CADI gelehnt, und zudem ist hier RAMADAN, aber Djamila erzählte mir, dass sogar in den Moscheen alles geklaut wird, was nicht niet- und nagelfest ist.
- Am nächsten Morgen machte ich mich auf in die Biblio, die dann aber wie schon so oft zuvor aufgrund einer unvorhergesehenen Zusammenkunft geschlossen war. Also machte ich ein paar Einkäufe und packte den Laptop in den Papiersack- ein brutaler Fehler, denn als ich Zuhause die Milch aus dem Sack nahm fiel dieser vom Stuhl, inklusive Laptop, der nun auf 2/3 des Bildschirmes ein dekoratives aber leider sehr ärgerliches SCHWARZ aufweist.
- Zu guter Letzt stieg der Kühlschrank aus, sodass ich nun den Tiefkühler und den Kühlschrank auf ein Minimum einstellen muss- so kann ich ersteren als Kühlschrank und letzteren als Vorratskammer gebrauchen.
- Ja, und seit einer Woche bin ich wie blöd am umenschnuderen und am umenfieberen, aber das ist ja ganz schweizerisch, das macht den Braten nicht mehr feisser.
Noch ein letzter Punkt: Nachdem mir Sara die horrende Höhe meiner Natelrechnung mitgeteilt hat, muss ich nun leider auf Telefonate verzichten, das treibt mich sonst in den Ruin. Auch skypen ist leider nicht mehr möglich, bzw. chatten, da das Feld leider in den schwarzen 2/3 meines Bildschirmes ist:-( Naja, noch 5 Wochen, sms kosten "nur" 36 Rappen, und zum Glück kann ich mich ja hier ab und zu mitteilen.
Ich schicke Euch allen viel Wärme und Sonnenschein in die herbstliche Schweiz,
bis bald...
Freitag, 12. September 2008
Hääääääääääääääppy Börsdey mini chlini Grossi!

Aues aueriliebschte, tusig warmi Umarmige und ganz ä dicke chlepfige Muntsch zum Geburtstag us Mayotte diräkt i mis Zimmer zu Dir, mini liebi Tabea! I bi geschtr a Strand und ha Dir äs chlises visuells Gschänkli baschtlet, mitr Thanaya zäme. När hani öppe 10'000 Stung probiert äs Föteli zmache, abr mi Föteler het definitiv dr Geischt ufgäh- är macht fies klick, zeigt abr när immer "Err 99" a, ha scho aues probiert, abr i gloub dä isch eifach zfuu, het zheiss odr töipelet süscht eifach chli ume... Hami ämu prächtig möge ufrege, abr lueg, für genau eis einzigs Föteli hets glängt, natürlech imene völlig unerwartete Momänt, so dass jetz wedr Liecht no Horizont no irgendöppis stimmt, abr immerhin gsehtme wasmer Dir hei baschtlet!
I wünsche Dir vo Härze aues Liebschte, gniess Di Tag, ladi la vrwöhne und schnous vo auem zwöi Portione, eini no für mi!!! Ha Di ganz fescht gärn, bis gli,
Laura
Mittwoch, 3. September 2008
Thanaya am Morge vor ihrem erschte Schueutag!
Äs Biudli vom Strand womer nach üsem Usflug mitem Scooter i Süde hei gsünnelet und bädelet und Rieseschildkröte gseh...
Mmmmmmmmmmmmmmh, äs voulé! Brätle afrikanisch, Brochette und fritierti grüeni Banane und zum Dessert früschi Papaya...
Ussicht ufe Mont Chongui und Plage de Sakouli

Thanaya am Brochette brätle...

Äs Biudli vom Strand womer nach üsem Usflug mitem Scooter i Süde hei gsünnelet und bädelet und Rieseschildkröte gseh...
Mmmmmmmmmmmmmmh, äs voulé! Brätle afrikanisch, Brochette und fritierti grüeni Banane und zum Dessert früschi Papaya...
Ussicht ufe Mont Chongui und Plage de Sakouli
Thanaya am Brochette brätle...
Ramadan und angeri Gschichte...
Hallo meine Lieben!
Ich habe mich soeben einschliessen lassen, um trotz Abwesenheit des Cyberspace-Verantwortlichen Abdou das Internet benutzen zu können, und da ich deshalb die einzige Benutzerin bin, ist das Ding erstaunlich schnell! Die beste Gelegenheit, meinen ursprünglich als einen geplanten und nun bereits mehrfach zerstückelten Fötelipost endlich zu komplettieren...;-)
Gestern Morgen hat hier der Fastenmonat Ramadan begonnen. Ich wollte das ja eigentlich mitmachen, aber nachdem mir Djamila erzählt hat, was das alles beinhaltet, habe ich mich für die light Version entschieden: Ramadan ist ja der Monat, in welchem die Muslime sich von all ihren kleinen Sünden, die sie über das ganze Jahr begangen haben (also nicht Mord etc., sondern z.B. schlecht über die Nachbarn reden, nicht teilen etc.), erlösen lassen können. Das alles im Zuge eines Monats der Mässigung und Enthaltsamkeit. Essen und trinken ist nur zwischen ca. 18.00 Uhr-04.30 Uhr erlaubt, die Frauen müssen ihre Haut möglichst ganz bedecken, damit sie bei den Männern keine Lust auslösen, man darf sich nicht aufregen etc. Das heisst aber auch, dass man nicht an den Strand darf, dass man um 04.30 nochmal aufsteht, um zu essen und um sich zu duschen, damit man dann um 05.00 rein ist für das erste Gebet. So ist also nur fasten kein wirklicher Ramadan und man sagt, dass man sich für nichts quält. Das hab ich dann nach dem ersten Tag nichts essen und trinken und trotzdem ständig auf Achse und am spörtlen sein auch eingesehen, deshalb mach ich jetzt wie gesagt den "Ramadan de solidarité", d.h. ich esse nichts bis 18.00 und trinke nur am Morgen in meinem Zimmer, dafür 2 Liter... Finde es schon spannend, wie man sich solche Dinge zuerst nicht vorstellen kann und dann merkt, dass es wie so vieles eine reine Kopfsache ist! Ou aber Isabel meine Liebe, Du weisst gar nicht, wie sehr ich mich auf all die feinen Schweizerprodukte freue, uf SCHOGGIIIIIIIIIII!;-)
Ansonsten hab ich mir die letzten Tage ein bisschen "in die Hose gemacht": Die paar Freunde (Jerry, Haffjz etc.), Djamila und der Besitzer, der mir sein Zimmer überlässt (Andji) haben mir etliche grusige Geschichten von Mord und Totschlag und Folter erzählt, und alles Dinge, die erst vor wenigen Monaten geschehen sind! So haben sie mir z.B. auch bestürzt und eindringlich VERBOTEN, alleine an den Kratersee zu gehen, weil dort schon mehrere Vergewaltigungen und Machetenmorde stattgefunden hätten. Die anderen Geschichten sind aber zu grusig um sie hier aufzuschreiben, kurzum, ich merkte halt, dass ich mir in der Schweiz so keine Gedanken über solche Dinge mache, dass ich auch hier bisher kaum daran gedacht habe. Aber ich werde von nun an vorsichtiger sein, nur noch an belebten Orten joggen gehen und Nachts zu zweit oder per Taxi unterwegs sein...
Am Samstag war ich mit Haffjz am Kratersee, er hat mir einen Strand gezeigt, wo man sich an einem Kabel abseilen muss, um dahin zu gelangen. Da zudem Flut war, mussten wir von den Felsen springen, um an den Strand zu gelangen. Es war wunderschön, so richtig wild. Man nennt den Strand (Papani) auch Friedhof der Schildkröten- und tatsächlich, da lagen neben grossen Wirbeln plötzlich riesige Panzer am Boden! Schon eindrücklich diese Urgetiere, die sind riiiiiiiiiiiesig! Da wir mit den Mountainbikes hochgekraxelt waren, hab ich leider auch den Föteler nicht mitgenommen:-( Hoffe aber, dass wir nochmal dahin gehen. Beim Downhill bin ich dann zuerst fast gestorben, es war echt s.e.n.k.r.e.c.h.t und auf der staubig-sandigen Unterlage von Halt keine Rede, aber als ichs dann mal begriffen hatte mit der Gewichtsverlagerung etc. fand ichs so super, dass ich am liebsten nicht mehr abgestiegen wäre!
Ja, und schliesslich noch ein kleines Forschungsupdate: Langsam gehts zügig voran, habe diese Woche jeden Tag ein Treffen mit "Experten", gestern mit einer Frau von Médecins du Monde, Sophie, es war super! Ich werde eng mit ihnen zusammenarbeiten, sie sind sehr engagiert was die Rechte der illegalen Immigranten angeht- und sehr hilfsbereit! Sophie leiht mir zudem ihr Mountainbike für die zwei Monate, dann bin ich dann endlich etwas schneller unterwegs... Nächste Woche schalte ich eine mich-ins-Archiv-verschanzen-Periode ein, werde von einer Freundin von Caro, die dort arbeitet, eingeführt. Ja, und dann kommt schon bald die Ethnologin Sophie Blanchy (sie forscht seit Jahren über die Komoren und Mayotte) für eine Woche nach Mayotte, werde mich mit ihr treffen und mein Projekt besprechen.
Die Zeit geht langsam aber sicher immer schneller vorbei, ich werde mich nun voll in die Arbeit stürzen und dann, schon gligligli, ins Flugi steigen und heiflüge- juhui! Obwohls hier superschön und spannend ist, freue ich mich doch immer wieder über den Anblick der Flugis und stelle mir den Moment vor, wenn ich wieder "in meiner Welt" mit euch allen lande...
Vermisse euch alle schrecklich fest, bis bald,
Laura
Ich habe mich soeben einschliessen lassen, um trotz Abwesenheit des Cyberspace-Verantwortlichen Abdou das Internet benutzen zu können, und da ich deshalb die einzige Benutzerin bin, ist das Ding erstaunlich schnell! Die beste Gelegenheit, meinen ursprünglich als einen geplanten und nun bereits mehrfach zerstückelten Fötelipost endlich zu komplettieren...;-)
Gestern Morgen hat hier der Fastenmonat Ramadan begonnen. Ich wollte das ja eigentlich mitmachen, aber nachdem mir Djamila erzählt hat, was das alles beinhaltet, habe ich mich für die light Version entschieden: Ramadan ist ja der Monat, in welchem die Muslime sich von all ihren kleinen Sünden, die sie über das ganze Jahr begangen haben (also nicht Mord etc., sondern z.B. schlecht über die Nachbarn reden, nicht teilen etc.), erlösen lassen können. Das alles im Zuge eines Monats der Mässigung und Enthaltsamkeit. Essen und trinken ist nur zwischen ca. 18.00 Uhr-04.30 Uhr erlaubt, die Frauen müssen ihre Haut möglichst ganz bedecken, damit sie bei den Männern keine Lust auslösen, man darf sich nicht aufregen etc. Das heisst aber auch, dass man nicht an den Strand darf, dass man um 04.30 nochmal aufsteht, um zu essen und um sich zu duschen, damit man dann um 05.00 rein ist für das erste Gebet. So ist also nur fasten kein wirklicher Ramadan und man sagt, dass man sich für nichts quält. Das hab ich dann nach dem ersten Tag nichts essen und trinken und trotzdem ständig auf Achse und am spörtlen sein auch eingesehen, deshalb mach ich jetzt wie gesagt den "Ramadan de solidarité", d.h. ich esse nichts bis 18.00 und trinke nur am Morgen in meinem Zimmer, dafür 2 Liter... Finde es schon spannend, wie man sich solche Dinge zuerst nicht vorstellen kann und dann merkt, dass es wie so vieles eine reine Kopfsache ist! Ou aber Isabel meine Liebe, Du weisst gar nicht, wie sehr ich mich auf all die feinen Schweizerprodukte freue, uf SCHOGGIIIIIIIIIII!;-)
Ansonsten hab ich mir die letzten Tage ein bisschen "in die Hose gemacht": Die paar Freunde (Jerry, Haffjz etc.), Djamila und der Besitzer, der mir sein Zimmer überlässt (Andji) haben mir etliche grusige Geschichten von Mord und Totschlag und Folter erzählt, und alles Dinge, die erst vor wenigen Monaten geschehen sind! So haben sie mir z.B. auch bestürzt und eindringlich VERBOTEN, alleine an den Kratersee zu gehen, weil dort schon mehrere Vergewaltigungen und Machetenmorde stattgefunden hätten. Die anderen Geschichten sind aber zu grusig um sie hier aufzuschreiben, kurzum, ich merkte halt, dass ich mir in der Schweiz so keine Gedanken über solche Dinge mache, dass ich auch hier bisher kaum daran gedacht habe. Aber ich werde von nun an vorsichtiger sein, nur noch an belebten Orten joggen gehen und Nachts zu zweit oder per Taxi unterwegs sein...
Am Samstag war ich mit Haffjz am Kratersee, er hat mir einen Strand gezeigt, wo man sich an einem Kabel abseilen muss, um dahin zu gelangen. Da zudem Flut war, mussten wir von den Felsen springen, um an den Strand zu gelangen. Es war wunderschön, so richtig wild. Man nennt den Strand (Papani) auch Friedhof der Schildkröten- und tatsächlich, da lagen neben grossen Wirbeln plötzlich riesige Panzer am Boden! Schon eindrücklich diese Urgetiere, die sind riiiiiiiiiiiesig! Da wir mit den Mountainbikes hochgekraxelt waren, hab ich leider auch den Föteler nicht mitgenommen:-( Hoffe aber, dass wir nochmal dahin gehen. Beim Downhill bin ich dann zuerst fast gestorben, es war echt s.e.n.k.r.e.c.h.t und auf der staubig-sandigen Unterlage von Halt keine Rede, aber als ichs dann mal begriffen hatte mit der Gewichtsverlagerung etc. fand ichs so super, dass ich am liebsten nicht mehr abgestiegen wäre!
Ja, und schliesslich noch ein kleines Forschungsupdate: Langsam gehts zügig voran, habe diese Woche jeden Tag ein Treffen mit "Experten", gestern mit einer Frau von Médecins du Monde, Sophie, es war super! Ich werde eng mit ihnen zusammenarbeiten, sie sind sehr engagiert was die Rechte der illegalen Immigranten angeht- und sehr hilfsbereit! Sophie leiht mir zudem ihr Mountainbike für die zwei Monate, dann bin ich dann endlich etwas schneller unterwegs... Nächste Woche schalte ich eine mich-ins-Archiv-verschanzen-Periode ein, werde von einer Freundin von Caro, die dort arbeitet, eingeführt. Ja, und dann kommt schon bald die Ethnologin Sophie Blanchy (sie forscht seit Jahren über die Komoren und Mayotte) für eine Woche nach Mayotte, werde mich mit ihr treffen und mein Projekt besprechen.
Die Zeit geht langsam aber sicher immer schneller vorbei, ich werde mich nun voll in die Arbeit stürzen und dann, schon gligligli, ins Flugi steigen und heiflüge- juhui! Obwohls hier superschön und spannend ist, freue ich mich doch immer wieder über den Anblick der Flugis und stelle mir den Moment vor, wenn ich wieder "in meiner Welt" mit euch allen lande...
Vermisse euch alle schrecklich fest, bis bald,
Laura
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